August 25th, 2010

Manta

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Für das Stück Manta schlüpft die gebürtige Tunesierin Héla Fattoumi zum ersten Mal in ihrem Leben in einen Hidschab einen Ganzkörperschleier den viele muslimische Frauen tragen um sich vor fremden Augen zu bedecken. Héla Fattoumi bezeichnet sich selbst als emanzipierte Frau, die ihr Leben unabhängig und uneingeschränkt lebt. Nachdem der islamische Schleier in den Medien zum Gesprächsthema Nummer Eins wurde wollte die in Frankreich lebende Choreografin selbst fühlen wie es ist einen Hidschab zu tragen. „Sie wagte eine Bewegung, einen Schritt, einen Tanz.“ Gemeinsam mit Éric Lamoureux entstand das Stück „Manta“. Da der islamische Schleier den gesamten Körper einer Frau versteckt sind die Augen der einzige Weg zu kommunizieren. Wohl deshalb zeigt uns Héla Fattoumi zu Beginn ihres Stückes ein sehr amüsantes Makeup Tutorial das ausführlich demonstriert wie man sich geheimnisvolle Katzenaugen schminkt. In einem Teil schießt sie konsequent Blicke ins Publikum. Streng, anklagend und bittend. Es ist das Verdeckte unter dem Schleier das unsere Fantasie anregt. Sie spielt mit uns unter dem faltigen Stoff, legt uns rein indem sie vorgibt vorwärts zu laufen uns ihre Hände entgegenstreckt, obwohl sie mit dem Rücken zu uns steht. Sie tanzt den Po nach oben gereckt zu koketter Bauchtanzmusik das er wie ein kleiner sich wiegender Zwerg anmutet. Dann wieder schmilzt sie unter dem fließenden Stoff dahin wird kleiner bis sie sich fast vollständig auflöst. Doch dann begehrt er auf, der versteckte Körper, reckt sich dem weiten Stoff entgegen, beult ihn aus. Von hinten beleuchtet vibriert er in Ekstase. Das Licht durchbricht den flatternden Stoff wie ein Röntgenstrahl und lässt den dünnen Leib darin als tanzendes Skelett erklappern. Hella arbeitet mit Stoffen, faltet sie unzählige Male, stapelt sie bis sie sich wild davon befreit. Alles von sich wirft, trunken, ekstatisch und endlich frei im leichten Unterhemd und mit offenen Haaren. In einer rituellen Szene verabschiedet sie sich von dem einschränkenden Kleidungsstück und stimmt den Klassiker „It`s a mans world“ von James Brown an, ganz klar den Frauen gewidmet in einer ergreifenden Performance, die deutlich Stellung bezieht. „Niemand kann einem Menschen vorschreiben, was er/sie anzuziehen hat. „Der Körper ist das Sprachrohr meiner Beziehungen zu anderen und der Welt.“

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