September 2nd, 2010

Terima Kost

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Jecko Siempo stammt aus Papua. Dort gehören Tanzen und Singen zum Alltag. Als er das erste Mal in seinem Leben Breakdance auf den Straßen Jakartas sieht erkennt er eine verblüffende Ähnlichkeit zu den Tänzen Papuas. Er entscheidet sich für ein Tanzstudium in Jakarta. Um das Geld für sein Studium aufzubringen schließt er sich einer Gruppe Pengamen (Straßensänger) an. 1999 reist Jecko Siempo nach New Yorck und studiert die Hip Hop Kultur zwei Monate lang auf den Straßen der Bronx und Brooklyn. Inzwischen ist er für seinen besonderen Mix aus urbanen Tanzstil und indigenem Tanz aus Papua bekannt. Auch in seinem neuen Stück „Terima Kost“ verwendet er die selbst erfundenen Tierbewegungen, die hauptsächlich seinem Lieblingstier dem Känguru entliehen sind. Diesmal thematisiert er die Abwanderung der ländlichen Jugend in die Megametropole Jakarta wo die Zukunftsgläubigen in winzige Appartements untergebracht werden. So ist auch die Bühne gänzlich mit einer schlichten Behausung verbaut. Schwarze Löcher als Fenster und Türen, außen eine simple Fassade. Nirgends persönliche Dinge, keine Wäscheleine, kein Stuhl, kein Tisch. Nach 30 Minuten hat man die Schizophrenie und den alltäglichen Wahnsinn einer alles verschlingenden Megametropole nicht nur begriffen sondern auch akustisch in sich aufgenommen. Ein turbulentes Gezappe zwischen Dschungelatmosphäre, Großstadtlärm und Clubsounds. Mit gleichbleibender Energie wird weiterhin hysterisch gelacht, Einkriege gespielt und verführt. Ein indonesisches Springbreak.

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