August 21st, 2010

Gardenia


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Das Stück Gardenia ist inspiriert an einen katalanischen Film mit dem Titel „Yo soy asi“, der von der Schließung eines Cabarettheaters handelt das von einer Gruppe gealterter Transvestiten geführt wird. Für dieses Bühnenstück haben der belgische Choreograph Alain Platel und der ebenfalls aus Belgien stammende Regisseur Frank Van Laecke eng mit der Schauspielerin Vanessa van Durme zusammengearbeitet, auf deren Konzept „Gardenia“ basiert. Sie rekrutierte aus engen Freundeskreisen sieben ältere Herren, die teils zu Damen geworden sind. Nicht nur in ihrem wirklichen Leben auch während des Stückes durchqueren sie ein weiteres Mal für uns die Grauzone zwischen Mann und Frau, jung und alt, Lust und Schmerz.

Bei dem herausragenden Festivalauftakt zum 22.Tanz im August habe ich mein Dauergrinsen nicht mehr aus dem Gesicht bekommrn, so sehr habe ich mich in jeden Einzelnen der charismatischen Individuen auf der Bühne verliebt. Die würdevollen Herren in eleganten Dreiteilern sitzen auf einfachen Stühlen und blicken mit entwaffnender Ehrlichkeit in die Zuschauermenge und scheinen zu sagen, “Schau mich an. So bin Ich“, um sich dann zu Ravells Bolero auf nonchalante Weise in ihr weibliches Pendant zu verwandeln. Entlarvt wird die Kleidung als Maskerade. Hier wird der Habitus von Mann und Frau aufs Genaueste ausgelotet. Die perfekte Verwandlung beweist dass Geschlechterrollen erlernt und übergestülpt werden. Es ist die Gewohnheit und das Erlernte das den Mann zum Manne und die Frau zur Frau macht. Auf den Punkt bringt das der 25 jährige Tänzer Timur Magomedgadzjeyev, der in seinem extrem betörenden Solo nuancengenau zwischen männlichen und weiblichen Bewegungen oszilliert. Ein verwirrender und  sinnlicher Tanz und eine Erinnerung an die Existenz der eigenen doppeldeutigen Identität.

19.-22-AUGUST 2010/19.30Uhr/HAU 1

Dauer: 105 min

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